Populärkultur

Populäre Musik und Videoclips

Forschungsprojekt „Bild-Text-Ton-Analysen am Beispiel der Gattung Videoclip. Entwicklung eines integrierten Analyseinstrumentariums zur Interpretation von Musikvideos“ gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) Laufzeit: 2008-2011

Projektleitung: Klaus Neumann-Braun
Projektmitarbeiter: Christofer Jost, Axel Schmidt, Daniel Klug

Im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Populäre Musik“ wurde am Seminar für Medienwissenschaft Basel von Juni 2008 bis Mai 2011 das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt „Bild-Text-Ton-Analysen am Beispiel der Gattung Videoclip“ durchgeführt (Leitung: Prof. Dr. Klaus Neumann-Braun; Projektmitarbeiter: PD Dr. Christofer Jost, Dr. Daniel Klug, PD Dr. Axel Schmidt). Der Fokus des Forschungsprojekts lag auf der Spezifizierung der strukturellen und inhaltlichen Besonderheiten von Musikvideos. Die Analyse von Musikvideos krankt nach wie vor an einer Untergewichtung der Bedeutung des Tons. Weder werden musikimmanente Strukturen resp. (pop-)musikalische Kontexte in ausreichendem Masse berücksichtigt noch wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Musikvideos eigenen, mediengattungsspezifischen Strukturprinzipien folgen. Dies hat zur Folge, dass zwar verschiedene teilweise sehr heterogene Versuche, die Musik in der Analyse zu berücksichtigen, existieren, ein einheitliches Analyseinstrumentarium bisher jedoch fehlte. Ziel eines solchen Analyseinstruments sollte es sein, dass audiovisuelle Medienprodukte wie der Musikclip in ihrer gesamten materiellen Beschaffenheit angemessen beschrieben und auch visualisiert werden können. Die Aufgabe von Analyse wird darin gesehen, das Zustandekommen als potenziell reizvolles Wahrnehmungsangebot zu rekonstruieren, und zwar von der Personenhandlung vor der Kamera über Schnitte und Einstellungsgrössen bis hin zu textlichen Inhalten und musikalischen Handlungen und Strukturen. Der analytische Schärfegrad richtet sich dabei individuell an der audiovisuellen Beschaffenheit eines Medienangebots aus. Die logische Konsequenz aus diesen und weiteren Vorüberlegungen war die Konzeption und Entwicklung eines computergestützten Analyseinstruments.

trAVis – Musikzentriertes Transkriptionsprogramm für audiovisuelle Medienprodukte www.travis-analysis.org

Auf Basis der spezifischen Formen und Funktionen der Audiovision von Musik-/Videoclips wurde im Projekt folglich mit trAVis ein gegenstandsangemessenes interdisziplinäres Analyseinstrumentarium zur Interpretation von Inszenierungsformen in Musikvideos entwickelt, welches dem eigentümlichen Wechselverhältnis aus Bild, (Song-)Text und Ton/Musik unter expliziter Berücksichtigung der Bedeutung des Tons Rechnung trägt. Das Ergebnis ist das Analyseprogramm trAVis, ein musikzentriertes Transkriptionsprogramm für audiovisuelle Medienprodukte, welches kostenfrei als Web-Applikation zugänglich ist (www.travis-analysis.org). trAVis verbindet bildbezogene und texthermeneutische Ansätze mit musikwissenschaftlichen Zugängen, so dass das komplexe Zusammenspiel von Bild, Text und Ton/Musik interdisziplinär transkribiert, analysiert und vor allem auch ganzheitlich visualisiert werden kann.